“Wir können das Klischee ‘Journalismus stirbt’ einfach nicht akzeptieren. Journalismus wird nur sterben, wenn wir es bevorzugen, nicht für ihn zu kämpfen – und wenn Journalismus stirbt, stirbt auch unsere Demokratie”, konstatiert die aufstrebende US-Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez, die 2018 für ihren Wahlkreis News York in den US-Kongress einzog. Und das als jüngste jemals ins US-Repräsentantenhaus gewählte Frau.
The fact of the matter is the current monopoly trend is societally & economically unsustainable.
We can’t simply accept the cliché that “journalism is dying.”
Journalism will only die if we choose not to fight for it – and if journalism dies, our democracy will, too.
— Alexandria Ocasio-Cortez (@AOC) January 26, 2019
Monopol-Trend verhindert journalistische Entfaltungsmöglichkeiten
“Die größte Bedrohung des Journalismus sind aktuell die Tech-Monopole und die Konzentration des Eigentums“, mahnte Ocasio-Cortez, die es bereits auf 2,4 Millionen Follower beim Kurznachrichtendienst bringt und ihre Botschaften stets zugespitzt über die sozialen Medien formuliert.
Ihrer Meinung nach, verhindere das immer expansivere Geltungsstreben des Internet-Trios Google, Facebook, Amazon journalistische Entfaltungsmöglichkeiten. „Tatsache ist, dass der gegenwärtige Monopol-Trend gesellschaftlich und wirtschaftlich unhaltbar ist”, wies die Senkrechtstarterin der US-Politik auf die unmittelbaren Folgen hin.
Gonna keep it 💯: The biggest threats to journalism right now are tech monopolies & concentration of ownership.
Healthy democracy *requires* high-quality journalism.
W/o a wide range of independent outlets & the revenue to sustain them, our democracy will continue to crumble.
— Alexandria Ocasio-Cortez (@AOC) January 26, 2019
Gefahren der Machtkonztentration auf dem Werbemarkt
In der Tat ist aktuell keine einfache Situation für Verlage in den Vereinigten Staaten: „Google, Facebook und Amazon saugen den Sauerstoff aus dem Raum“, brachte Marketing-Guru Scott Galloway auf dem DLD Ende Januar 2019 die wachsende Werbemacht der Digital-Giganten auf den Punkt. Was der Bestseller-Autor („The Four“) damit meint: Das Internet-Trio verleibt sich zu einem immer größeren Teil Werbebudgets ein.
Allein im vergangenen Jahr erlösten Google, Facebook und Amazon zusammen enorme 180 Milliarden Dollar mit ihrem Anzeigengeschäft – Geld, das klassischen Medienunternehmen entsprechend fehlt.
Facebook – besondere Bedrohung für guten Journalismus
Das weltgrößte Social Network betrachtet die Kongressabgeordnete für die Bronx und Queens dagegen als besondere Bedrohung für guten Journalismus: “Die meisten Plattformen haben null Anreiz, qualitativ wertvolle, wahre Informationen zu verbreiten”, schrieb Ocasio-Cortez – und meinte damit Philanthrop George Soros, gegen den Facebook eine PR-Schmutzkampagne initiiert hatte, und weiter:
„Gesunde Demokratien brauchen qualitativ hochwertigen Journalismus. Ohne eine Reihe von unabhängigen Verlagen und den nötigen Erlösen wird unsere Demokratie weiter zerbröckeln.”