„Hollywoods Elite nimmt Babyblut, um high zu werden.“ Moment!? Während solche News millionenfach in sozialen Netzwerken geglaubt und geteilt werden, werden diese in einer gedruckten Zeitung oder Zeitschrift deutlich schneller als Falschmeldungen erkannt. Das glauben zumindest Aktivisten und Medienkritiker der Columbia Journalism Review. Zusammen mit der Werbeagentur TBWA\Chiat\Day New York bestückten sie am 30. Oktober den New Yorker Kiosk Ecke 42ste Straße und Sixth Avenue mit ‚gefakter‘ Presse. Das waren erfundene Zeitungen und Zeitschriften mit äußerst realitätsnah gestalteten Titelseiten, die aber diese und andere Absurditäten verkündeten.

Falschmeldungen anfassbar machen

„Wir haben diese Initiative gestartet, um den Leuten zu helfen, Falschmeldungen zu entdecken“, erläutert Kyle Pope, Chefredakteur und Publisher der Columbia Journalism Review, die Aktion. „Zum ersten Mal überführen wir falsche Geschichten aus dem digitalen Universum in den physischen Raum und legen sie direkt in die Hände echter Menschen. Das macht diese Geschichten auf eine Weise anfassbar, die dazu zwingt, über die Quelle dieser Informationen nachzudenken“. Hier sieht Pope den entscheidenden Unterschied zur digitalen Verbreitung solcher Geschichten. „Zu viele von uns realisieren nicht die Absurdität einzelner Stücke von Falschinformation, wenn wir nur durch Facebook durchscrollen und News mit unseren Freunden teilen“. Weil die meisten Leute ihre Nachrichten mittlerweile primär über Social Media erhielten, vermischten sich echte Nachrichten und „aller möglicher anderer Kram“ für die Konsumenten.

Nur 30 Prozent erkennen Fake News im Netz

„Achtzig Prozent der Amerikaner glauben, dass falsche Nachrichten schädlich für das Land sind, aber nur 30 Prozent können Falschinformationen erkennen … Diese himmelschreienden Geschichten auf anscheinend achtbaren Publikationen zu sehen, sollte irritieren … Dieser Kiosk und seine Inhalte unterstreichen die entscheidende Bedeutung von gut recherchierten Nachrichten und den vertrauenswürdigen Journalisten und Unternehmen, die sie produzieren“, sagt Chris Beresford-Hill, Chief Creative Officer bei TBWA\Chiat\Day New York.

Wer die gefälschten Titel zur Hand nahm und durchblätterte, der fand darin einen Ratgeber, ‚Wie man Falschinformationen erkennt‘.

Der Autor

Markus Schöberl
Markus Schöberl
Markus Schöberl hat fast 15 Jahre im Pressevertrieb auf Verlagsseite gearbeitet und dort viel über die unterschiedlichen Prioritäten von Zeitungen und Zeitschriften, in Abo und Einzelvertrieb und zuletzt auch beim Vertrieb digitaler Presse (Paid Content) erfahren. Seit 2013 veröffentlicht er einmal monatlich pv digest, eine Analyse der wichtigsten Entwicklungen in diesen Bereichen. Darüber hinaus berät er ausgewählte Verlage und Vertriebsunternehmen in Vertriebsfragen, hält Vorträge und moderiert Veranstaltungen zu seinen Themen.